Holzatmosphäre im Holzhaus – Sichtholzoberflächen

Obschon sich auch im Holzhaus mehr oder weniger verputzte oder verkleidete Holzwände im Innenraum finden können, ziehen die meisten BaumHaus-Bauherren die „optische Holzatmosphäre“ in ihren Räumen vor. Zumindest in Teilbereichen sorgen deshalb Sichtholzoberflächen als Teil der Tragkonstruktion für natürliche Wohnlichkeit inmitten von purem Holz.

Das Gesicht des MONOBLOCKs

Die Brunthaler MONOBLOCK-Bauweise bietet beste Voraussetzungen für viel „sichtbares“ Holz im Haus. Die aus einzelnen, natürlich gewachsenen Balken bestehenden Wände sind nicht nur konstruktives Traggerüst der Brunthaler Massivholzhäuser, sondern können zudem auch attraktives Gestaltungselement sein.

Holzakzente im Innenraum

Auch im Brunthaler BaumHaus variiert oft die Wandgestaltung von Raum zu Raum: Hier ein Zimmer mit verputzten Wänden, da eine Nische mit Wandverkleidungen, dort eine mit Öl oder Wachs veredelte Holzwand und immer mal wieder Bereiche mit unbehandelten Holzoberflächen. Und ja, es gibt auch BaumHäuser, die gänzlich auf offenes Sichtholz im Innenraum setzen. Der individuelle Geschmack entscheidet.

Sichtholz individuell

Eine Sichtholzwand oder -decke muss aber keineswegs den typischen Nut- und Feder-Charme verkörpern. Zwar ist die am häufigsten gewählte Sichtholzvariante die offenliegende MONOBLOCK-Wand, aber aber das BaumHaus bietet viele Möglichkeiten für ein außergewöhnliches Erscheinungsbild . 

Oberflächengüte beim MONOBLOCK

Jede MONOBLOCK-Wand ist in ihrer Oberflächenbeschaffenheit geeignet, als Sichtholz in Erscheinung zu treten. Die Gründe dafür liegen in der Hand von erfahrenen Zimmerern: 

A) Holzauswahl und Verarbeitung

Das gesägte Stammholz wird im eigenen Haus in modernen Trocknungsanlagen schonend getrocknet. Das bereits nass vorsortierte Holz wird nach dem Trocknungsprozess erneut sortiert. Das hier selektierte Holz, das für MONOBLOCK-Balken verwendet wird, wird manuell mit viel Erfahrung und Know-how nochmals sortiert. So erfüllt das MONOBLOCK-Holz im getrockneten Rohzustand bereits bestens die Anforderungen für Sichtholzanwendungen im Innenbereich.

Im nächsten Schritt werden alle MONOBLOCK-Balken mit modernen Maschinen in höchster Präzision gehobelt. Durch penibel gewartetes Werkzeug erhalten sie hierbei ihre seidig glänzende Oberfläche ohne sichtbare Hobelschläge. Schonende Logistik sorgt im Weiteren dafür, dass die Balken bei den folgenden Bearbeitungsschritten zum Profilfräsen und dem Fügen der Balken zu Wandscheiben keine oberflächlichen Schäden oder Verschmutzungen davontragen.

B) Mechanische Oberflächenveredelung

Zusätzliche Bearbeitungsmethoden am gehobelten Balken können den MONOBLOCK-Wandoberflächen besonders individuellen Charakter verleihen:

Detailinfo

Sandstrahlen

Bei dieser Methode der Veredelung der MONOBLOCK-Oberflächen geht es vor allem um den strukturverstärkenden Effekt. Durch die Härteunterschiede derJahresringe werden weichere Bereiche (die sogenannten “guten Zeiten”) etwas stärker entfernt als die härteren (entsprechend die “harten Zeiten”). Dadurch ergibt sich eine haptisch und optisch weich anmutende Oberfläche, die sich zudem auch akustisch angenehm auf den Nachhall im Raum auswirkt. Die rustikale Ausprägung wird dabei durch die Auswahl des Strahlgutes, den Anstrahlwinkel und natürlich die Strahlintensität beeinflusst.
Detailinfo

Reliefbürsten

Einen ähnlichen Effekt erzielt man mit dem gezielten Bürsten der Holzoberfläche. Mithilfe von Kunststoff- oder Metallbürsten werden die weicheren Frühholzanteile etwas ausgebürstet. Dadurch treten die härteren Teile des Holzes stärker hervor, sodass die natürliche Struktur betont wird. Je nach Bürstenmaterial und Intensität entsteht eine mehr oder weniger stark reliefierte Oberfläche mit seidenmatter bis leicht glänzender Optik.
Detailinfo

Hacken

Auch gehackte Holzoberflächen verdeutlichen die natürliche Struktur des Holzes und verkörpern urtümliche Rustikalität. In Zeiten bevor es Sägewerke und große Hobelmaschinen gab, wurden mit Hand und Beil aus dem Baumstamm Balken “geschält” und diese ohne weitere Behandlung in Innenräumen verwendet. Das Hacken von fertigen Wandflächen mit dem Beil erfolgte später nur zu dem Zweck, einem gewünschten Putzauftrag den nötigen Halt zu verschaffen.

Heute erfolgt das Hacken der Oberflächen maschinell. Die so entstehende unregelmäßige Oberfläche zeigt sich je nach Intensität der Bearbeitung von anmutig-dezent bis harsch-rustikal.

C) „Heißer“ Altholzcharakter mithilfe von Feuer und Hitze:

Detailinfo

Abflammen (Flämmen)

Das (leichte) Abflammen ist eine Methode zur “künstlichen Alterung” der Holzoberfläche. Mithilfe von Gasbrennern und Know-how wird das weichere Holz abgebrannt, die härteren Jahresringe treten hervor. So ergibt sich nicht nur ein Abdunkeln der Holzfarbe, sondern auch eine entsprechende Strukturierung. Nach dem Flammen wird die Oberfläche durch Bürsten von der mehr oder weniger starken Kohleschicht befreit, sodass ein späteres Abfärben auch ohne zusätzliche Lasur weitgehend unterbleibt.
Detailinfo

Abflammen nach der Yakisugi-Methode

Die uralte japanische Yakisugi-Methode breitet sich langsam auch in Deutschland aus. Sie ist gewissermaßen eine besonders intensive Form des Abflammens von Holz und wird vor allem in der Fassadengestaltung eingesetzt. Dort hat sie neben ästhetischen auch Holzschutzgründe. Durch die Karbonisierung (also das Verkohlen) verdichten sich die Holzzellen, was das Holz vor Feuchtigkeit, Fäulnis, Schimmel, Insekten und Verwitterung schützt. Das Abflammen nach dieser Methode kann jedoch nicht mit Gasbrennern erfolgen, sondern bedarf eines Verfahrens (Kaminmethode), das nur für Bretter, nicht aber für Balken geeignet ist. Insofern sind solche Sichtholzoberflächen lediglich als Verschalung/Verkleidung geeignet.
Detailinfo

Abflammen nach der Yakisugi-Methode

Für Anwendungen im Innenbereich sollten die verkohlten Holzoberflächen mindestens zwei Mal gebürstet werden. Zudem empfiehlt sich eine Abschlussbehandlung mit farbloser Lasur oder farblosem Öl. Will man hingegen die Kohleschicht zur Gänze erhalten, kommt man um eine entsprechende Beschichtung nicht umhin, um das Abfärben oder ein Abtragen der Kohle zu vermeiden.
Detailinfo

Dämpfen

Beim Dämpfen mit reinem Wasserdampf werden Ligninbestandteile wie Zucker, Gummi, Gerbstoffe im Holz zersetzt. Es verfärbt sich gleichmäßig akzentuiert dunkler und weist je nach Holzart eine mehr oder weniger starke Tönung wie Altholz auf. Das gedämpfte Holz verändert seine Farbe durch und durch und ist daher gegen spätere Verfärbung durch UV-Strahlung immun. Das Dämpfen von MONOBLOCK-Hölzern lässt sich auch mit der mechanischen Oberflächenbehandlung Sandstrahlen, Bürsten oder Hacken verbinden.

D) Weitere Sichtholzakzente

Weitere Möglichkeiten dem Sichtholz Farbe, Struktur und nicht zuletzt auch Schutz zu bieten, ohne die raumklimatischen Eigenschaften (Sorptionsfähigkeit, Atmungsaktivität etc.) negativ zu beeinflussen sind zum Beispiel: 

Detailinfo

Kalken (Kälken)

Beim Kalken (oder auch “Kälken” genannt) wird eine Kalkpaste in die Poren und Risse des Holzes gerieben. Es entsteht ein „Antik-Look“ der die Holzstruktur deutlich hervorhebt. Der Effekt ist umso stärker, je gröber die Oberfläche des Holzes ist.
Detailinfo

Ölen und Wachsen

Die Behandlung mit natürlichen, trocknenden Ölen, wie Leinöl, oder Flüssigwachsen erzeugt einen samtigen Glanz und kann die Oberflächen vor Verschmutzungen schützen. Farblose Öle “feuern” die dem Holz innewohnenden Farbkontraste an. Auch nachträglicher und wiederholter Auftrag/Behandlung ist problemlos möglich.
Detailinfo

Lasieren

Farbakzente lassen sich auch mit färbenden Lasuren setzen, ohne die Holzstruktur völlig abzudecken (wie z. B. Lacke). Lasuren bieten zudem einen gewissen Oberflächenschutz.