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Ökologie & Nachhaltigkeit | Bau- & Haustechnik | Alternative Bau- & Wohnkonzepte
Brennholz und Waldschutz – ein Widerspruch?
Wälder brauchen Pflege
Viele Menschen verbinden Nachhaltigkeit mit möglichst unberührten Wäldern. Tatsächlich sind die meisten Wälder in Deutschland jedoch seit Jahrhunderten bewirtschaftete Kulturlandschaften. Damit sie stabil, artenreich und an den Klimawandel angepasst bleiben, werden regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt. Dazu gehören Durchforstungen, die Entnahme geschädigter Bäume oder Maßnahmen zum Waldumbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern.
Bei diesen Arbeiten entsteht Holz unterschiedlicher Qualität. Während hochwertige Stammabschnitte beispielsweise im Holzbau oder Möbelbau verwendet werden, eignen sich schwächere, krumme oder beschädigte Sortimente oft nur für die energetische Nutzung.
Nicht jedes Holz wird zum Bauholz
Ein weit verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass Brennholz und Bauholz miteinander konkurrieren. Tatsächlich entstehen bei der Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung unterschiedliche Holzqualitäten. Hochwertiges Stammholz wird in der Regel stofflich genutzt. Daneben fallen jedoch Holzsortimente an, die technisch oder wirtschaftlich nicht für Bauprodukte geeignet sind und deshalb als Brennholz genutzt werden.
Auch Resthölzer aus der Holzernte oder der Holzverarbeitung können energetisch verwertet werden und tragen so zur vollständigen Nutzung des Rohstoffs bei.
Mehr Laubholz durch den Waldumbau
Im Zuge des Waldumbaus hin zu klimaresilienten Mischwäldern steigt in vielen Regionen der Anteil von Laubbaumarten wie Buche oder Eiche. Für den modernen Holzbau werden jedoch nach wie vor überwiegend Nadelhölzer verwendet. Sie wachsen geradlinig, sind vergleichsweise leicht und verfügen über günstige statische Eigenschaften.
Dadurch fallen künftig vermehrt Holzmengen an, die nicht als Bauholz genutzt werden können. Die energetische Nutzung als Brennholz bietet hierfür eine sinnvolle Verwertungsmöglichkeit und trägt dazu bei, den Rohstoff Holz möglichst vollständig zu nutzen.
Nachhaltigkeit bedeutet: Nicht mehr nutzen als nachwächst
Das Grundprinzip nachhaltiger Forstwirtschaft ist einfach: Es wird langfristig nicht mehr Holz entnommen, als im Wald nachwächst. Dieser Gedanke prägt die deutsche Forstwirtschaft seit Jahrhunderten. Experten weisen darauf hin, dass die Holzvorräte in Deutschland über lange Zeiträume gewachsen sind und die Wälder weiterhin nachhaltig bewirtschaftet werden können.
Entscheidend ist dabei nicht die Nutzung von Holz selbst, sondern die Art und Weise der Waldbewirtschaftung.
Regionale Energiequelle mit kurzen Wegen
Brennholz stammt häufig aus regionalen Wäldern und wird über kurze Transportwege bereitgestellt. Dadurch bleibt die Wertschöpfung vor Ort und die Versorgung ist weniger abhängig von internationalen Energie- und Rohstoffmärkten. Gerade in ländlichen Regionen spielt Holz deshalb seit jeher eine wichtige Rolle bei der Wärmeversorgung.
Fazit
Die Nutzung von Brennholz ist nicht gleichbedeutend mit einer Schädigung des Waldes. In nachhaltig bewirtschafteten Wäldern fällt Brennholz überwiegend im Rahmen von Waldpflege, Durchforstung und Holzernte an. Es nutzt Holzsortimente, die für andere Verwendungszwecke oft nicht geeignet sind, und kann so Teil einer verantwortungsvollen und ressourcenschonenden Waldnutzung sein.
Autor Walter Brunthaler
Quellen:
- GesamtVerband OfenBau – GVOB e.V.
- Walter Brunthaler, Waldbesitzer